1 Woche Mongolei – Natur pur

Eine Woche Mongolei. Das Ziel ist: Natur, Ruhe und Erholung.

Was haben wir gefunden? Genau das und noch viel mehr. Wir haben super freundliche Menschen getroffen, viel über das Land gelernt und tolle Erfahrungen gemacht.

Wie zum Beispiel: Wie lebt es sich so als Nomade ohne Strom, Telefonnetz und Badezimmer? Wie macht man aus dem Wenigen, das man hat, viel? Wie melkt man Kühe und Pferde? Wie macht man Butter und Jogurth? Wie treibt man eine Herde zusammen? Wie unglaublich viele Sterne kann man am Himmel sehen, wenn es einfach richtig dunkel und weit und breit keine Lichtquelle ist? Wie lange kann man eigentlich mit dem Auto für eine Strecke von 70 km brauchen, wenn es keine Straßen gibt und man mehrere Flüsse durchqueren muss?

Ein paar Infos zur Mongolei an sich. Ich muss nämlich gestehen, ich wusste vorher nicht sonderlich viel über die Mongolei.. 😉

Die Mongolei ist flächenmäßig viereinhalbmal so groß wie Deutschland, hat aber lediglich 3 Millionen Einwohnern. Damit ist es das dünnst besiedelte Land der Welt. Die Hauptstadt ist Ulaanbaatar, hier leben knapp die Hälfte der Mongolen 1,4 Mio.

Die Mongolei hat eines der extremsten Klima der Welt. Die Durchschnitts-Temperaturen schwanken innerhalb eines Jahres stark. -25 Grad durchschnittlich im Winter und +20 Grad durchschnittlich im Sommer. Auch innerhalb eines Tages schwanken die Temperaturen sehr, tagsüber hatte es bei uns beispielsweise 26 Grad und nachts sogar teilweise einstellig..

Was haben wir also so gemacht in diesem dünn besiedelten Land mit den schlechtesten Straßen, die ich je erlebt habe!? 😉

Wir sind zunächst in Ulaanbaatar angekommen, da sich hier der einzige internationale Flughafen befindet. Man kann auch mit dem Zug in die Mongolei reisen. Die Strecke der transsibirischen Eisenbahn geht sogar durch die Mongolei. Allerdings dauert es unglaublich lange mit dem Zug und da wir lediglich 7 Tage Zeit für die Mongolei hatten, war das Fliegen, das geeignetere Verkehrsmittel für uns, wenn auch nicht grade das günstigste.. 😉

Ulaanbaatar selbst haben wir eigentlich nur als Art Stop Over genutzt. Da zum einen unsere Internetrecherche vorab ergeben hat, dass es hier nicht unbedingt so viel Sehenswertes gibt und wir ja vor allem wegen der Natur und der Ruhe in die Mongolei gekommen sind.

Ein paar Eindrücke von Ulaanbaatar:

Daher ging es direkt am nächsten Tag mit dem Auto Richtung Orkhov Nationalpark um dort die nächsten Tage in einer Jurte bei einer Nomadenfamilie zu verbringen.

Es ging zunächst etwa 400 km von Ulaanbaatar aus nach Kharakorin über eine immerhin asphaltierte Straße, die aber trotzdem von unglaublich schlechter Qualität und von Schlaglöchern übersät war. Daher sind wir dort auch erst gegen 18 Uhr angekommen. Von dort aus ging es mit dem Jeep 40 km in den Nationalpark hinein. So ganz ohne Straßen kann man für so eine Strecke dann auch mal 2h brauchen.. 😉

Man sieht schon, um sich in der Mongolei vorwärts zu bewegen, braucht man deutlich länger als anderswo. Man sollte auf jeden Fall Zeit mitbringen, wenn man in die Mongolei reist oder sich wie wir einfach auf einen Teil der Mongolei beschränken. Deswegen haben wir auch die nächsten 4 Nächte an einem Ort verbracht. In einer Jurte an einem Fluss gelegen in Mitten von wunderschöner Natur.

Achso, „wir“, das sind in diesem Fall nicht Patrick und ich, sondern eine Freundin aus Deutschland, die grade zu Besuch ist und ich. Patrick musste leider arbeiten gehen. Auch wenn man beim Lesen unserer Reiseberichte aus China sicherlich das Gefühl haben kann, wir hätten ständig Urlaub, ist auch unser Urlaub doch begrenzt.. 😉 Meine Firma hatte allerdings für 6 Tage geschlossen, Sommerpause. Wobei wir sämtliche ausgefallenen Arbeitstage am Wochenende nach- bzw. vorarbeiten mussten. Also ja, ich war am Reisen mal wieder, aber es war in dem Sinne, dann kein eigentlicher Urlaub bzw. ging nicht von meinem Urlaub ab.. 😉

So zurück zum eigentlichen Thema, der Monoglei. Was haben wir im Orkhon Valley Nationalpark gemacht? Wir haben einmal einen Ausflug zu einem Wasserfall dort gemacht. Das ist eine der Top Sehenswürdigkeiten im Nationalpark. An sich hat die Mongolei eigentlich nicht so viele Sehenswürdigkeiten, sondern eigentlich ganz viel „Nichts“, wie wir es bezeichnet haben… 😉 Wobei für uns eigentlich grade dieses ganz viel Nichts, das Sehens- und Erlebenswerte war.. 😉

Hier ein paar bildliche Eindrücke von diesem Nichts.. 😉

Also, wie gesagt wir haben einen Ausflug zu einem Wasserfall gemacht. Schön war daran, dass wir etwas durch den Nationalpark gefahren sind und dadurch ein bisschen mehr vom Nationalpark gesehen haben. Weniger schön war, dass wir aufgrund der katastrophalen Straßen, bzw. eher der nicht vorhandenen Straßen, für diese Strecke sage und schreibe über 5 h gebraucht haben, einfacher Weg. Wir sind erst nachts um 23 Uhr im Stockdunkeln wieder zurück gekommen. Und soo besonders war der Wasserfall nun auch wieder nicht.. 😉 Wobei wir uns dort immerhin mal schön die Haare waschen und das Kühle (extrem Kühle ;)) Nass genießen konnten. Etwas Abenteuer hatten wir auf diesem Trip auch als unser Jeep zwischen durch mal im Fluss steckenblieb und teilweise mit Wasser volllief. Wir haben ihn dann aber irgendwann mit ein paar Tricks wieder raus bekommen.. 😉

Eigentlich hätten wir am Tag drauf zu einem ganz alten Tempel reiten und dort übernachten sollen, aber da es in letzter Zeit extrem stark geregnet hat, konnten wir leider den Fluss nicht durchqueren. Daher haben wir es bei einem Tagesritt belassen. Und ganz ehrlich, wer hätte auch gewusst, wie lange wir tatsächlich bis zu diesem Tempel gebraucht hätten, nach unseren Erfahrungen mit dem Ausflug vom Vortag.. 😉

Ansonsten haben wir viel gegessen, super schön draußen im Freien neben unserer Jurte. Wir hatten das Glück, dass eine aus „unserer“ Nomadenfamilie beruflich Köchin im Kindergarten ist und daher echt gut kochen konnte. Sie haben auch morgens immer frisches Brot und so frittiertes Gebäck gebacken, das war super! Was gibt es denn so eigentlich zu Essen in der Mongolei? Im Sommer in erster Linie Lamm/Schaaf/Hammel oder auch Ziege. Im Herbst dann Yack und im Winter Pferd.

Bei uns, da Sommer, also überwiegend Lamm.. Leider mag ich kein Lamm.. 😉 Gemüse gibt es nicht so viel. Typische Gerichte sind zum Beispiel: eine Art Maultaschen mit Lamm, Frittierte Teigtaschen mit Lamm, Nudelsuppe mit Lamm, eine Art Spätzle mit Lamm und einem bisschen Gemüse.

Also für die eine Woche bin ich mit dem Essen gut klar gekommen, länger hätte ich damit allerdings etwas Probleme.. 😉

Was durften wir dort sonst noch so erleben? Wir haben versucht beim Eintreiben der Herde zu helfen, haben gezeigt bekommen wie man melkt, echt nicht so einfach wie es bei den geübten Nomaden aussieht ;), haben gesehen wie Butter und Jogurt hergestellt wird und einfach die Natur dort genossen.. 😉

Außerdem haben wir noch in Kharakhorin (Karakorum), das Erdene Zuu Monastery besucht. Das war sehr sehenswert.

Karakorum, war in vergangenen Zeiten die Hauptstadt des Großreiches der Mongolen. Allerdings ist von der Stadt nichts mehr übrig geblieben, außer der großen Tempelanlage Erdene Zuu. Ausgrabungen der Stadt Karakorum selbst beginnen grade erst.

Auf dem Weg von Kharakorin zurück nach Ulaanbaatar haben wir in der kleinen Wüste Gobi gehalten und sind Kamele geritten. Das war ein Spaß, besonders der Trab, der doch etwas gewöhnungsbedürftig ist. Dops, dops, dops… 😉 Für die richtige Gobiwüste war leider keine Zeit. Dafür sind die Entfernungen hier zu weit und die Infrastruktur der Straßen zu schlecht.. Wir sind auch so abends mehrmals erst im Dunkel um 23 Uhr angekommen.. 😉

Wir haben noch einen weiteren Nationalpark in der Nähe von Ulaanbataar besucht, Terelji. Das soll die Schweiz von der Mongolei sein… 😉 Wieso Schweiz? Weil hier die Berge etwas näher zusammen und etwas mehr mit Baumen bewachsen sind. 😉 So zumindest meine persönliche Erklärung.. 😉

Auf dem Weg dorthin haben wir außerdem die riesige Dschingis Khan Statue angeschaut. Er ist der ganze Stolz des Landes und man findet ihn überall. Der Flughafen in Ulaanbaatar ist zum Beispiel auch nach ihm benannt. Er war der größte und erfolgreichste Herrscher des Landes. Er vereinte die mongolischen Stämme und begann die Mongolei zu einem Groß Reich auszubauen. Die Mongolei war tatsächlich einmal das größte Weltreich der Geschichte. Geschichtefans ist das vermutlich bereits bekannt gewesen, für mich war es tatsächlich neu.. 😉

Auf unseren langen Autofahrten haben wir uns viel mit unseren mongolischen Fahrern unterhalten und hatten viel Spaß zusammen, zum Beispiel beim gemeinsamen Singen oder beim Versuch ein paar Wörter mongolisch zu lernen ;), die Laute waren so unglaublich schwer auszusprechen.. 😉 Mann muss auf jeden Fall das R rollen können für die mongolische Aussprache und da hört es bei mir leider bereits auf.. 😉 Sehr zur Belustigung unseres Fahrers.. 😉 Außerdem haben wir auch einiges Interessantes über die Menschen selbst und das Leben in der Mongolei erfahren. So war unser einer Fahrer zum Beispiel eigentlich ausgebildeter IT-ler, hat aber keinen Job gefunden und fährt deswegen jetzt Taxi und möchte einen Englischkurs besuchen, um sein Englisch zu verbessern und dann hoffentlich einen Job zu finden.

Hier unserer grober Reiseablauf zur eventuellen Inspiration für Mongolei Interessierte:

  1. Tag: Ankunft  Ulaanbaatar
  2. Tag: Transfer nach Orkhon Valley (Nomadenfamilie 4 Nächte)
  3. Tag: Fahrt zum Orkhon Wasserfall (Achtung sehr weite Entfernung)
  4. Tag: ursprünglich geplant Ritt zum Tempel Tuvkhun dort übernachten, Wasserstand jedoch zu hoch dafür Tagesritt
  5. Tag: Melken, Jogurt, Butter machen etc., Halbtagesritt
  6. Tag: Erdene Zuu, kleine Wüste Gobi (Kamel reiten), Transfer zurück nach Ulaanbaatar
  7. Tag: Terelji National Park, Dschingis Khan Statur
  8. Tag: Rückflug

Organisiert hat uns das Ganze Minji vom Taiga Guesthouse in Ulaanbaatar. Ich empfehle sie gerne weiter. Das Guesthouse ist allerdings ein richtiges Hostel mit lediglich einem grossen Schlafsaal. Wer also etwas mehr Privatsphäre schätzt, lieber ein Hotel in Ulaanbaatar buchen. Die Reise kann trotzdem über sie organisiert werden. Außerdem kann ich in Ulaanbaatar noch sehr das indische Restaurant Mughul  empfehlen. Super lecker und sehr zentral gelegen.

Ich hoffe ich konnte einen kleinen Eindruck über die Mongolei vermitteln, auch wenn ich selbst lediglich einen kleinen Teil davon gesehen habe. Uns hat es auf jeden Fall sehr gut gefallen und es war definitiv eine Reise wert!! 😉

Achso, noch ein kleiner Kommentar zum Abschluss, was uns von Minjin direkt am Anfang unserer Reise gesagt wurde, in der Mongolei gibt es nicht wirklich eine Zeit oder Uhren.. 😉 das fanden wir irgendwie sympathisch und es traf auch auf jeden Fall echt zu.. 😉 Stress wurde nie verbreitet, selbst wenn der Rückweg noch so lange war, war immer noch Zeit für einen kurzen Zwischenstopp und zum Beispiel für ein Eis, ein Foto oder ähnliches.. 😉

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