Allein unter 2.000 Asiaten – Mein Arbeitstalltag in China ;)

Wie sieht der so aus, mein typischer Arbeitstag in China? 😉 Mich haben schon einige gefragt, ob ich in China eigentlich nur am Reisen oder auch am Arbeiten bin…!? 😉 Aber natürlich bin ich auch am Arbeiten.. 😉 Das ist ja der eigentliche Grund weswegen wir nach China gekommen sind. Aber wir versuchen die Zeit hier natürlich so gut wie möglich zu nutzen, um auch etwas vom Land China kennen zu lernen.
So, aber nun möchte ich mal versuchen so ein bisschen zu beschreiben, wie so ein typischer Arbeitsalltag in China abläuft. Zumindest ein typischer Arbeitsalltag für mich… 😉 Ich möchte jetzt natürlich nicht behaupten, dass das für jeden hier in China so abläuft.

Morgens werden von der Firma alle mit Firmenbussen eingesammelt und zur Firma gefahren. Das heißt wir fangen alle zur gleichen Zeit an und hören auch alle zur gleichen Zeit auf. Nachmittags bzw. abends geht das Ganze nämlich wieder retour und alle fahren wieder mit den Bussen zurück nach Hause. Natürlich gibt es auch ein paar Ausnahmen, die mit dem eigenen Auto kommen, aber die große Mehrheit kommt auf jeden Fall mit dem Firmenbus. Wir als Expats haben es da sogar noch ein klein wenig luxuriöser, wir werden morgens von verschiedenen Firmenwagen eingesammelt, quasi mit einer Art firmeneigenem Sammeltaxi. Unsere Firma hat mehrere Autos mit Fahrern zur Verfügung, die zum Einen uns morgens abholen und abends wieder heim fahren. Die aber auch zum Beispiel für Besuche beim Kunden oder Fahrten zu Terminen außerhalb genutzt werden.

So, damit schon einmal ein großer Unterschied zu meiner deutschen Gleitzeit, in China muss ich jeden Tag zur haargenau gleichen Zeit zur Arbeit und auch abends zur stets gleichen Zeit aufhören. Das ist schon eine große Umstellung muss ich sagen. Morgens zum Beispiel immer genau auf die Minute pünktlich fertig zu sein, weil sonst die anderen im Auto warten müssen. Das ist für mich Morgenmuffel, der nicht gut aus dem Bett kommt und für den der Tag schon mal echt schlecht anfängt, wenn man sich morgens schon beeilen muss, nicht leicht… 😉 Aber wenigstens wartet das Auto auch mal eine Minute, der Firmenbus wäre dann schon weiter gefahren.. 😉 Auch die Flexibilität fehlt mir. Wenn man bereits fertig ist mit der Arbeit für den Tag, einfach früher gehen zu können oder wenn man noch etwas vorhat. Sowie auch an anderen Tagen, wenn noch einiges zu tun ist oder man noch mitten in irgendeiner Arbeit steckt noch etwas länger zu arbeiten. Man fühlt sich mit den flexiblen Arbeitszeiten einfach irgendwie etwas freier und ich persönlich finde es auch etwas effizienter. Es gibt ja auch Tage da geht einfach nichts und da ist es manchmal einfach besser, aufzuhören und es am nächsten Tag fertig zu machen. Aber beides hat Vor- und Nachteile. Ich bin halt schon immer flexible Arbeitszeiten gewohnt und da ist das hier schon eine Umstellung. 😉

Ein klarer Vorteil in China ist für mich, als Person die nicht so gerne Auto fährt, natürlich dass ich nicht selbst zur Arbeit und wieder zurück fahren muss, das ist schon angenehm. So kann ich die Fahrt zum Beispiel nutzen um mit meiner Handy App etwas Chinesisch zu lernen oder noch ein paar Minuten die Augen zuzumachen. Je nachdem.. 😉

So, wenn wir dann aber im Büro angekommen sind, wie geht es da weiter!? Auch etwas anders als in Deutschland. 😉 Wir ziehen zunächst mal alle die gleiche Kleidung an, das hat es am Anfang für mich zusätzlich schwierig gemacht mir zu merken, wer, wer ist. Alle sehen noch einmal gleicher aus dadurch. 😉 Vorteil ist allerdings, dass jeder ein Namensschild hat, man kann also noch mal einen kurzen Blick zumindest auf den Namen werfen, wenn man ihn vergessen hat.. 😉

Bevor der Arbeitstag aber tatsächlich losgeht, machen wir zu Musik für 5 Minuten Morgengymnastik, das ist in China auch an vielen Schulen so üblich. Immer die gleiche Abfolge. Das finde ich tatsächlich ganz cool, könnte man manchmal nach dem Mittagessen beim Nachmittagstief vielleicht nochmal gebrauchen.. 😉
Nach der Morgengymnastik, gibt es eine kleine „Morning speech“ in der Abteilung. Der Reihe nach ist jeder einmal dran und erzählt seinen Kollegen morgens ein paar Minuten lang etwas über ein beliebiges Thema. Bei uns in der Abteilung machen es die meisten Kollegen netter Weise auf Chinesisch und zusätzlich noch auf Englisch, damit ich auch etwas verstehe und sie ihr Englisch üben und verbessern. Ich versuche mich auch mit zumindest ein paar Worten Chinesisch wenn ich dran bin, aber für eine komplette Rede reicht es noch nicht ganz.. 😉 zumindest nicht frei.. 😉 Einmal habe ich mit meiner Chinesisch-Lehrerin gemeinsam eine kurze Rede über unsere Urlaubsreise vorbereitet, das ging dann schon. Allerdings musst ich schon noch ab und zu von meinem Blatt ablesen bzw. aufs Blatt „spicken“. Und ob jeder so ganz verstanden hat, was ich da erzählt habe, weiß ich natürlich auch nicht sicher.. 😉

So, danach geht es los mit der Arbeit. Mein Schreibtisch steht in einem Großraumbüro, in dem sage und schreibe 100 Menschen sitzen. Das ist sehr ungewohnt für mich und je nach Lautstärke fällt es nicht grade leicht sich zu konzentrieren. Wir sitzen in mehreren Reihen hintereinander, hierarchisch geordnet. Hinten also immer der Chef.. 😉 Immer zwei Personen nebeneinander. Ohne jeglichen Sichtschutz, Stellwände oder ähnliches dazwischen. Das war und ist um ehrlich zu sein etwas gewöhnungsbedürftig. Wir haben alle lediglich zwei Schubladen an unserem Schreibtisch als Stauraum. Das ist nicht grade üppig für Platz für mich, der sich doch auch gerne mal was ausdruckt und es in einem Ordner ablegt. Ordner in Papierform verwendet hier eh niemand. Das Ziel ist papierloses Büro. An sich finde ich das auch super. Aber irgendwie muss ich mir manches doch auch trotzdem ausdrucken.

Unsere Bürogebäude und auch die Produktion an sich sieht alles sehr gleich aus, Corporate identity von hinten bis vorne, ich habe mich am Anfang um ehrlich zu sein manchmal verlaufen, weil alles so gleich aussieht. Ganz selten passiert mir es in Gedanken manchmal immer noch, dass ich in den falschen Gang abbiegen will. Also zum Beispiel schon einen zu früh oder so abbiege.. 😉

Mittags geht es dann zum Essen in die Kantine. Es gibt verschiedene Essenszeiten im 15 Minutentakt, die von einem Gong, ähnlich wie in der Schule, eingeleitet werden. Die Kantine befindet sich im gleichen Gebäude, so dass man den ganzen Tag eigentlich keinen Schritt für die Tür setzen muss. Das ist bei schlechtem Wetter natürlich super praktisch. Aber mir fehlt manchmal ein bisschen Bewegung an der frischen Luft. Wobei die hier natürlich auch nicht immer ganz so frisch ist… 😉
Das Essen in der Kantine ist ganz gut, wird auch von Mitarbeitern der Firma selbst zubereitet. Es gibt immer zwei Gericht zur Auswahl. Das Essen ist kostenlos, was eine super Sache ist. Es gibt abends ab einer bestimmten Uhrzeit auch noch einmal Abendessen, für beispielsweise die Spätschicht.

Nach der Arbeit gibt es an einigen Tagen die Möglichkeit an Sportkursen in der Firma teilzunehmen, das finde ich eine prima Sache und nutze ich auch sehr gerne.  So wird zum Beispiel Yoga und Tanzen angeboten.

Achso, um noch kurz auf den Titel des Artikels zurück zu kommen.. ich bin hier tatsächlich die einzige Deutsche am Standort unter 2.000 Asiaten.. 😉 sind abermals alle sehr nett und es ist gut für mein Chinesisch.. 😉

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