Nordinsel Neuseelands – die Abenteuerinsel

Nach einer 3,5 stündigen Überfahrt mit der Fähre von der Süd- auf die Nordinsel kamen wir nachmittags in Wellington an. Wir waren etwas überrascht, dass die Fähre für die lediglich 90 km lange Strecke, so lange braucht. Nach einer Recherche im Internet fanden wir allerdings heraus, dass 30 km/h tatsächlich eine normale Reisegeschwindigkeit mit dem Schiff zu sein scheint.. 😉

In Wellington angekommen haben wir unseren Camper auf dem Parkplatz neben dem bekannten Te Papa Museum, dem Nationalmuseum Neuseelands geparkt.

Hier ist es erlaubt mit dem Camper einen ganzen Tag lang stehen zu bleiben. Allerdings ist es natürlich nur ein Parkplatz und hat daher keine Waschhäuser, Toiletten oder ähnliches. Man muss also öffentliche Toiletten im Umkreis des Parkplatzes benutzen, wenn man hier übernachtet. Ein echter Graus für Patrick und seine schlimmste Nacht auf unserer gesamten Neuseeland Rundreise.. 😉 Dafür ist der Parkplatz allerdings sehr zentral in Wellington gelegen und man kann von hier aus die Stadt sehr schön zu Fuß entdecken.

Wir sind als erstes am Wasser entlang Richtung Seilbahn gelaufen.

Wellington ist eine sehr hügelige Stadt, daher benutzen tatsächlich manche Bewohner auch täglich die Seilbahn um zu Ihren Häusern oder in die Stadt zu kommen. Von oben hat man eine schöne Aussicht über Wellington und kann durch den botanischen Garten wieder nach unten in die Stadt laufen, was wir auch getan haben… 😉

Im Anschluss wollten wir gerne etwas essen, allerdings war es gar nicht so einfach etwas zu finden. In großen Teilen der Stadt macht alles sehr früh zu. Daher sind wir weiter zur sogenannten Cuba Street gelaufen, hier soll es viele Restaurants, Bars und Street Art geben. Dort wurden wir zum Glück dann auch fündig. 😉

Wellington gilt als Food und Kunst/ Kultur Zentrum Neuseelands und das konnten wir hier auch spüren. Das Essen war super, selbstgemachte, einfache aber sehr gute Pasta und als Nachtisch noch eines der besten Eis, die wir je gegessen hatten. Die Eisdiele hatte mehrere Preise für ihr Eis gewonnen und das auch tatsächlich zu Recht.

Im Anschluss ging es erst mal auf die Toilette im Supermarkt und dann ins Bett. 😉

Am nächsten Tag fuhren wir weiter in Richtung Tongariro Crossing, einer Wanderung in einem Vulkangebiet, die ich unbedingt machen wollte. Eigentlich hätten wir auch noch gerne das Museum Te Papa angeschaut, allerdings machte dieses erst recht spät auf und so lange wollten wir nicht mehr warten. Außerdem waren wir auch noch etwas übermüdet von unserer nicht ganz so entspannten Nacht auf dem Parklpatz.. 😉

Da uns der Weg bis zum Tongariro Crossing als eine Etappe etwas zu weit war, wir haben aus unseren Erfahrungen der Südinsel gelernt 😉, haben wir einen Zwischenstopp in Mangaweka eingelegt. Hier hatten wir einen super schönen, kleinen Campingplatz direkt am Fluss gefunden. (Awastone – Riverside Haven) Den restlichen Tag haben wir einfach mal mit Chillen verbracht, das erste Mal tatsächlich auf unserer Neuseelandreise bisher.. 😉

Man konnte sogar im Fluss baden bzw. sich von der Strömung im Fluss treiben lassen.

Am nächsten Tag ging es dann weiter nach Whakapapa unserem Ausgangspunkt für die Wanderung des Tongariro Crossings am nächsten Tag.

Hierfür mussten wir morgens sehr früh aufstehen, um den ersten Bus zum Startpunkt der Wanderung zu nehmen. Es war noch dunkel als wir los gegangen sind. Man kann nur noch mit dem Bus und nicht mehr selbst dorthin fahren, da das Parken vor Ort strikt reglementiert ist. Allerdings macht das eh mehr Sinn, da es sich bei der Wanderung um keinen Rundweg handelt, von daher müsste man so oder so mit dem Bus fahren.

Wir sind so früh morgens los, um etwas den Menschenmengen zu entkommen. Dies ist eine der beliebtesten Tageswanderungen in Neuseeland. So ganz ist uns dies allerdings nicht geglückt und es war trotzdem recht voll.

Die Wanderung selbst ist 19,4 km lang und überwindet 800 Höhenmeter auf der einen Seite, um dann wiederum 1000 Höhenmeter auf der anderen Seite hinab zu steigen.

Am anstrengendsten sind die sogenannten Devil steps, hier mussten wir einige kurze Stopps einlegen. Die Anstrengung lohnt aber und oben angekommen hat man tolle Blicke auf den Krater Pukikaikiore.

Der höchste Punkt der Wanderung auf 1886 m ist der immer noch aktive Red Crater.

Über feine Vulkanasche schlitternd bzw. „Ski fahrend“ geht es weiter runter zu den Emerald Lakes, schwefelhaltigen Seen.

Der weitere Abstieg von hier birgt leider weniger viel Sehenswertes und wird daher irgendwann zur mentalen Tortur. Wann ist der Weg endlich zu Ende und wann kommt endlich dieser Parkplatz..?? Insbesondere weil die Sonne den ganzen Tag wirklich vom Himmel brennt und je weiter wir runter kommen, desto heißer wird es auch. Schatten ist leider weitestgehend Fehlanzeige. Besonders viele schöne Rastplätze gibt es leider auch nicht…

Nicht destotrotz war es eine schöne Wanderung und den Aufwand und das frühe Aufstehen durchaus wert. Nach 7 langen Stunden sind wir endlich am Parkplatz angekommen und konnten uns den Rest vom Tag von den Strapazen der Wanderung erholen.. 😉

Am nächsten Tag ging es zum Lake Taupo. Hier gibt es einen eisblauen Wasserfall zu bewundern. Die Huka Falls. Die strahlend hellblaue Farbe entsteht durch die vielen kleine Luftblasen, die sich in den Stromschnellen oberhalb des Wasserfalls bilden.

Darüber hinaus ist Taupo bekannt für seine günstigen Fallschirmsprünge, „sky dive“. Es ist einer der weltweit günstigsten Orte um diesen Extremsport einmal auszuprobieren. Und da wir alte Sparfüchse sind, dachten wir das müssten wir ausnutzen und es einmal ausprobieren.. 😉

Nee, aber wirklich keine Ahnung was uns da geritten hat, aber auf jeden Fall sind wir tatsächlich aus dem Flugzeug gesprungen und das aus 15000 Fuß (4500 Meter). Hierbei erlebt man 60 Sekunden lang den freien Fall. Das ist schon mal ein krasses und einzigartiges Erlebnis. Wobei es für uns auf jeden Fall auch einzigartig bleiben wird.. 😉 Wir werden es nicht noch einmal wiederholen.. 😉

Das sind schon extreme Drücke denen der Körper dabei ausgeliefert ist. Mir taten die Ohren dabei unglaublich weh, Patrick die Stirnhöhle und einem anderen Springer der Zahn. Sobald der Fallschirm gezogen wurde, fand ich es wieder angenehmer, für Patrick fing allerdings die schlimmste Phase des Sprungs erst an. Durch die eng geflogenen Kurven mit dem Fallschirm wurde ihm ziemlich schlecht und er hat fast 2 h gebraucht sich wieder davon zu erholen.. 😉

Nächster Halt war Rotorua, hier haben wir auf einem Campingplatz direkt an heißen Schwefelquellen übernachtet. Es gab ein Thermalbad welches zum Campingplatz gehörte, das war ganz cool. Wobei es mittlerweile echt heiß in Neuseeland geworden war und von dem her die Aussicht auf heiße Wasserbecken nicht mehr ganz so einladend war. 😉

Der Geothermalpark Park Te Puia bei Rotorua mit seinem brodelnden Schlamm und den bunt farbigen Schwefelquellen ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Insbesondere der sogenannte Champagner Pool ist wirklich beeindruckend.

Den Rest des Tages verbrachten wir an einem See (einem normalen See, keinem heißen Thermalbad 😉 ), um uns etwas von der anhaltenden Hitze zu erholen und abzukühlen.

Am Tag drauf ging es zum Raften auf den Kaituna Fluss. Hier kann man mit dem Boot den höchsten, kommerziell raftbaren Wasserfall hinunter fahren bzw. eher hinunter fallen.. 😉 Er ist 7 Meter hoch. Also gleich wieder ein Adrenalin Abenteuer.. 😉 Es hat aber wirklich unglaublich viel Spaß gemacht und unsere Guides waren auch super lustig drauf. Zur Sicherheit waren die ganze Zeit zwei Safety Kayaks dabei und es ist lediglich einmal einer aus unserer Gruppe über Bord gegangen.. 😉 gekentert sind wir zum Glück nicht.

Nach einer kurzen Erholung im Schatten an einem See ging es weiter nach Hobbiton. Dem bekannten Filmset aus Herr der Ringe und das Zuhause von Bilbo und Sam. Eine Besichtigung ist leider nur mit einer Tourgruppe möglich. Mit einem Bus getaktet im 10 Minutentakt geht es dann zum eigentlichen Filmset. Es ist ganz interessant das Ganze einmal in echt zu sehen, allerdings auch wirklich sehr touristisch, etwas überlaufen und auch teuer. Daher eher etwas für richtige Fans der Filme, würde ich mal sagen. Am Ende der Tour bekommt man ein kühles Getränk im Green Dragon.

Übernachtet haben wir an diesem Abend auf der Farm eines Bauern in der Nähe von Hobbiton. Eine günstige Übernachtungsmöglichkeit mit tollem Blick, wenn auch mit etwas wenig Privatsphäre.

Von hier aus ging es weiter zu den Waitomo Caves. Höhlen die bekannt sind für ihre vielen Glühwürmchen. Wir haben eine Kombi-Tour für den nächsten Tag gebucht. Abseilen in die Höhle, Zipline, „Blackwater Rafting“, Wasserfall hochklettern, .. Das Ganze hat 4 h gedauert und war ein ganz cooles Erlebnis. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn das Wasser war arschkalt… und das hat man ganz schön gemerkt, selbst mit Neoprenanzug. Die Zipline ging übrigens leider nur wenige Meter bzw. Sekunden lang und das „Blackwater Rafting“ hat sich als dümpeln in Reifen entpuppt 😉 Die Glühwürmchen zu sehen war jedoch wirklich schön, sah aus wie ein mega beeindruckender Sternenhimmel. Die Glühwürmchen in Neuseeland sind auch tatsächlich richtige Glühwürmchen, also leuchtende Würmer, während die Glühwürmchen, die ich aus Deutschland kenne, normalerweise herumfliegen und dabei leuchten.

Unser nächster Stopp war die Surferstadt Raglan. Wobei Stadt übertrieben ist, Raglan ist eher ein Dorf, jedoch ein echt cooles, mit richtig coolem Flair, schönen Cafes, Kneipen und Geschäften.

Real Fruit Icecream gibt es überall auf Neuseeland also mussten wir das auch mal probieren. Man sucht sich gefrorene Früchte aus und diese werden dann mit entweder Vanille-Eis oder Frozen Jogurth vermischt. Uns hat die Variante mit Frozen Jogurth deutlich besser geschmeckt als die Vanille-Eis Variante.

Raglan war auf jeden Fall unsere Lieblingsstadt in Neuseeland. Und natürlich waren wir hier auch einmal surfen. Hat Spaß gemacht mal wieder auf dem Surfbrett zu stehen. Auch wenn das letzte Mal schon ganz schön lange her war, hat es noch recht gut geklappt. 😉 Die Wellen waren aber auch wirklich sehr anfängerfreundlich und klein.. 😉

Als letzte Etappe vor Auckland ging es für uns auf die Coromandel Halbinsel. Hier haben wir die bisher schönsten Strände auf Neuseeland gefunden.

In 3 Tagen sind wir einmal um die Halbinsel gefahren. Dabei haben wir uns eine Goldgräbermine angeschaut und uns als Goldwäscher versucht. Das wollten wir schon immer einmal machen, leider blieben wir erfolglos…

Außerdem fuhren wir mit einer Schmalspureisenbahn, die von einem Mann ganz alleine auf seinem riesengroßen Landstück erbaut wurde. Ursprünglich hatte er sie lediglich gebaut um den Ton und das Holz, welches er für seine Töpferarbeiten brauchte, vom Berg zu transportieren. Mittlerweile hat sie sich jedoch zu einer Touristenattraktion entwickelt.

Und dann lagen wir natürlich auch noch etwas am Strand und haben eine Küstenwanderung zur sogenannten Cathedral Cove gemacht. Auf dem Weg kann man mehrere Stopps einlegen um beispielsweise zu schnorcheln. Leider haben wir jedoch fast keine Fische gesehen und daher unser Schnorchelequipment eher umsonst mit geschleppt.. 😉

In Auckland haben wir dann nach fast 5 Wochen unseren Camper wieder zurückgegeben und die letzten beiden Nächte mal wieder im Hotel verbracht.

In Auckland haben wir uns nicht wirklich viel angeschaut, ich weiß aber auch nicht ob es hier so viel zu sehen gibt.. Wir sind einfach etwas entspannt durch die Stadt geschlendert und haben unseren Urlaub in Neuseeland in Ruhe ausklingen lassen.

Zusammenfassend ist zu sagen, dass Neuseeland uns sehr gut gefallen hat. Es hat wirklich Vieles, Unterschiedliches zu bieten und ist ein sehr angenehmes Reiseland. Es ist einfach sich zu Recht zu finden, das Essen schmeckt gut und die Leute sind sehr freundlich.

Auch wenn wir im Laufe der Wochen so unsere Höhen und Tiefen mit dem Wetter und auch mit der Fahrerei und unserem Camperleben hatten, war es wirklich ein toller Urlaub und die 5 Wochen sind super schnell vergangen. Beide Inseln Neuseelands sind definitiv eine Reise wert und haben beide etwas für sich.

Die Südinsel hat etwas spektakulärere Natur, die Nordinsel ist dafür etwas dichter besiedelt und bietet mehr auf einem kleineren Raum. Nur die Tierwelt Neuseelands ist etwas enttäuschend, es gibt quasi keine Säugetiere, so dass sogar die Vögel hier verlernt haben zu fliegen.. 😉

Apropos fliegen, nun fliegen wir wieder zurück in die Heimat, nach Deutschland. Die 2 Jahre Abenteuer sind rum und ab März geht auch das Arbeitsleben für uns in Deutschland wieder los.

2 Antworten auf „Nordinsel Neuseelands – die Abenteuerinsel“

  1. Kommt gut heim,hab das nun zwei Jahre mit gelesen ohne Kommentar 😉

    Ich wünsche euch eine gute Heimreise,auch in diesen aussergewöhnlichen Zeiten .

    Ich hoffe bei euch und Familie ist noch alles gut!

    Liebe Grüße Torben

  2. Hallo Anja, hallo Patrick,
    Eine wirklich beeindruckende Reise zum Abschluss, es war toll Dass ich bei eurem gesamten Abenteuer teilhaben durfte, ich hatte das Gefühl ich wäre mit euch unterwegs!

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