Roadtrip durch Taiwan – 70 ist das neue 100

Wir haben gemeinsam mit Patricks Bruder und Freundin eine Woche Urlaub in Taiwan gemacht. Taiwan, ein Land das touristisch noch etwas unterschätzt wird. Es gibt beispielsweise nur ganz wenige deutsch- oder auch englischsprachige Reiseführer für Taiwan. Taiwan ist jedoch eine wirklich sehenswerte Insel, die unglaublich viel zu bieten hat und auch sehr leicht zu bereisen ist.

Wir sind in einer Woche mehr oder weniger einmal über die komplette Insel gefahren. Von Taipeh in die Mitte der Insel, nach Hehuashan, durch die Tarokko Schlucht an die Ostküste und dann ganz in den Süden nach Kenting. In Summe etwa 1000 km.

Auf diesen 1000 km haben wir extrem viel Unterschiedliches gesehen, von Gebirgen, zu Stränden, alten Fabriken und Farmen, sowie unterschiedlichste Nachtmärkte.

Mit dem Auto durch Taiwan zu fahren ist sehr angenehm, die Straßen sind top ausgebaut und außerhalb von Taipeh ist hier auch sehr wenig los. Das einzig nervige ist, dass man selbst auf mehrspurigen, breiten Straßen nur selten mehr als 70 fahren darf. Dadurch braucht man teilweise recht lange von einem Ort zum anderen.. In Taiwan scheint irgendwie das Motto zu gelten, 70 ist das neue 100.. 😉 Achso und man braucht einen internationalen Führerschein für Taiwan. Das sollte man noch beachten.

Diesen aus dem Ausland zu beantragen ist leider nicht möglich. Wir mussten tatsächlich zur Beantragung unsere original Führerscheine nach Deutschland schicken und eine Vollmacht ausstellen, so dass jemand in Deutschland diese für uns beantragen konnte. Das fand ich schon etwas unglaublich, dass dies so kompliziert ist. Einen Pass bekommt man in jeder deutschen Botschaft weltweit ausgestellt. Führerscheinangelegenheiten gehen aber nur in Deutschland selbst..

Nun aber mal wieder zu Taiwan. Wir sind morgens recht früh in Taipeh gelandet und dort für eine Nacht geblieben. Taipeh hat uns tatsächlich sehr positiv überrascht. Normalerweise sind Großstädte für uns im Urlaub ein Graus, vor allem nachdem wir nun selbst in einer wohnen. Aber Taipeh war tatsächlich einen Besuch wert. Es ist deutlich ruhiger und weniger Verkehr als in Shanghai. Hier leben aber natürlich auch deutlich weniger Menschen, nur 2 Millionen in Summe, gegenüber 25 Mio in Shanghai.

So richtig viel anzuschauen gibt es in Taipeh nicht, aber man ist von dort aus auch super schnell am Meer oder auch im Grünen in den Bergen.

Wir haben wir uns in Taipeh das National Palace Museum angeschaut, da es zu den weltbesten Museen der Welt gehört. Es war auch ganz interessant, allerdings war es ein sehr klassisches Museum, in dem die Ausstellungsstücke einfach in Vitrinen ausgestellt sind. Es gab nichts Interaktives oder Mediales. Daher fand ich, als eher Museummuffel als -freund, es doch eher etwas trocken und nach einer Zeit auch etwas langweilig. Auch wenn das Alter und der Zustand der Ausstellungsstücke schon beeindruckend war..

Im Anschluss sind wir in den älteren Teil der Stadt gefahren und hier durch die Gassen zur Di hua Street gelaufen. Das ist eine der wenigen Straßen, in denen noch die ursprünglichen Häuser stehen. Hier wird viel chinesische Medizin sowie getrocknetes Obst, Pflanzen und auch sonstliches anderes skurriles Getrocknetes verkauft, wie zum Beispiel Schwalbennester.. 😉

Den Tag über hat uns netterweise ein ehemaliger Arbeitskollege von Patrick aus China in Taipeh begleitet und uns sogar mit seinem Auto herumgefahren.

Abends ging es dann mit einer Bekannten von mir aus Wuxi, die mittlerweile auch wieder zurück in Taipeh ist, über einen Nachtmarkt. Tonghua Night Market.

Das war auch ein sehr interessantes Erlebnis und wir haben Verschiedenstes probiert, auch wenn uns nicht alles so ganz überzeugt hat. Eine lokale Spezialität Wurst im Reismantel, kam bei uns beispielsweise nicht so gut an.. 😉 Allgemein wird hier überraschend viel Frittiertes gegessen.

Am nächsten Morgen ging es vor unserer Weiterreise noch auf den Taipeh 101. Eines der höchsten Gebäude der Welt mit 500 Metern Höhe und 101 Stockwerken, daher auch der Name 101.. 😉

Hinauf ging es mit dem schnellsten Aufzug der Welt. Die Aussicht war von hier war ganz cool.

Man konnte sich hier ausserdem den großen, goldfarbenen Schwingungsdämpfer anschauen, der das Gebäude bei Erdbeben und Typhoon schützt, diese treten in Taiwan tatsächlich sehr häufig auf.

Im Anschluss ging es über Taitung ins Landesinnere in die Berge. Einen kurzen Zwischenstopp haben wir im sogenannten Rainbow Village gemacht. Hier sollte, wie so häufig, ein altes Dorf der Abrissbirne zum Opfer fallen. Allerdings hat ein Bewohner angefangen sein Haus komplett bunt zu bemalen und auch das seiner Nachbarn, um es vom Abriss zu bewahren. Dies ist im auch erfolgreich gelungen. 11 Häuser stehen immernoch und sind mittlerweile äußerst beliebt bei Instagrammern.. 😉

In den Bergen haben wir uns mit Patricks ehemaligen Chef und seiner Frau getroffen, die mittlerweile auch wieder zurück in Taiwan sind. Der Ort CingJing Farm in der Bergen ist einer ihrer Lieblingsorte in Taiwan.

Hier sind wir gemeinsam am nächsten Tag auf den Ostgipfel des Hehuashan gewandert. Eine ganz schöne Herausforderung in dieser Höhe von über 3000 Metern. Aber auch wirklich ein tolles Erlebnis mit super Ausblicken.

Unsere Unterkunft war auch sehr schön, mit einem tollen Blick und täglichen Afternoon Tea.

Abends sind wir gemeinsam Essen gegangen und konnten so super gut verschiedenes, leckeres, taiwanisches Essen probieren.

Am nächsten Tag darauf ging es für uns weiter durch die bekannte Tarroko Marmorschlucht Richtung Ostküste.

Um einmal komplett durch die Tarokko Schlucht zu fahren braucht man etwa 3,5 h. Bei Regen ist es allerdings wohl etwas gefährlich hier durch zu fahren oder auch zu wandern. Wir hatten Glück und trotz ursprünglich schlechter Wettervorhersage hatten wir keinerlei Regen.. 😉

Es gibt verschiedene Wanderwege, die man in der Tarokko Schlucht machen kann. Für einige davon benötigt man allerdings vorher zu beantragende Genehmigungen. Es gibt jedoch auch viele kürzere Wege, für die man keine Genehmigung braucht. Von diesen wollten wir einige laufen. Das einzig komplizierte daran ist, dass wir feststellen mussten, dass die Beschilderung und auch die Parkplätze darauf ausgelegt sind, dass man die Schlucht von der anderen Seite aus befährt. Also von der Küste aus. Wir konnten aus unserer Richtung nicht alle Parkplätze anfahren und haben auch einige Schilder zunächst nicht gesehen.

Wir sind die folgenden Trails gelaufen: Baiyang Waterfall Trail (allerdings nur ein Stück davon), Lushui (war jedoch nach halber Strecke etwa gesperrt), Swallow Grotto und den sehr schönen Shakadang Trail. Ursprünglich wollten wir noch die Tunnel of 9 Turns laufen, aber da konnten wir leider nirgendwo parken.

Die Trails befinden sich alle eher am Anfang der Tarroko Schlucht, wenn man von Hualien aus kommt. In diesem Ort haben wir abends auch übernachtet.

Ursprünglich hätte ich mir gerne noch die Qingshui Klippen angeschaut. Allerdings war es bereits fast dunkel als wir vom letzten Trail zurück kamen. Außerdem war es ein langer Tag und wir waren dann auch sehr froh als wir im Hotel angekommen sind.

Abendessen ging es mal wieder auf dem Nachtmarkt, für normale Restaurants waren wir zu spät dran. Die Restaurants machen hier alle unglaublich früh zu.

Der Nachtmarkt war aber auch ganz schön hier und man konnte sich zum Essen und trinken auf die Rasenfläche neben dem Markt setzen.

Weiterer Vorteil, es ist immer sehr günstig auf dem Nachtmarkt zu essen.. 😉 Bier und Essen für in Summe 3 Euro etwa.

Grundsätzlich haben wir die ganzen letzten Tage recht günstig gegessen und uns für mittags immer mit Snacks aus dem überall vorhandenen 7/11 versorgt. Taiwan hat das höchste pro Kopf Vorkommen an 7/11 weltweit. Irgendwann konnten wir die Snacks, dann aber auch nicht mehr sehen.. 😉 man konnte sich aber auf jeden Fall hier sehr günstig mit ernähren.. 😉

Am nächsten Morgen ging es die längste Strecke unserer Tour an der Ostküste entlang runter in den Süden nach Kenting.

Die Ostküste ist deutlich weniger besiedelt als die Westküste. Sie ist dafür aber super grün und fruchtbar und hat einige Strände und Surfspots. Man kann hier entweder eine Straße im Landesinneren oder an der Küste entlang fahren.

Wir sind zunächst im Landesinneren zu einer alten Zuckerfabrik gefahren. Diese kann man besichtigen, was recht interessant ist. Die alten Gebäude und Maschinen haben einen eigenen Charme.

Außerdem gibt es hier ein paar Geschäfte und Essenstände. So auch eine Eisfabrik, die uns von unserer Unterkunft in Hualien empfohlen wurde. War auch echt lecker das Eis.. 😉

Im Anschluss ging es weiter zu einem Berg, dem Sixty Stone Mountain. Hier war grade die Lilienblütenzeit, zu dieser Zeit ist die Gegend hier super beliebt. Sieht auch echt toll aus das orangene Blütenmeer.

Man kann die Blüten auch essen, sie werden zum Beispiel in Suppen und Würsten verwendet. Oder auch frittiert, in dieser Form haben wir sie auch mal probiert. Allerdings schmeckt man da neben der Panade und dem Gewürz um ehrlich zu sein nicht wirklich viel.. 😉

Weiter ging es dann über die Küstenstraße. Hier machten wir kurz im Ort Donghe an einem bekannten Baozi Laden Halt. Hier gibt es eine große Auswahl an Baozi, es gab beispielsweise auch mal süße Baozi. Aber ansonsten konnten uns diese Baozi nun nicht wirklich mehr überzeugen als sonst auch andere.. 😉

Noch ein kurzer Stop an einer Surferbucht und dann ging es endgültig ganz in den Süden nach Kenting.

Hier haben wir ein kleines bisschen abseits schön im Grünen gewohnt.

Das Hotel war an und für sich sehr schön, könnte aber auch mal wieder eine kleine Renovierung vertragen.. 😉

Den nächsten Tag haben wir komplett an einem Strand, Baisha, in der Nähe verbracht. Ein sehr schöner Strand mit coolen Wellen, so dass wir uns ein Bodyboard ausgeliehen haben. 😉

Abends haben wir in unserer Unterkunft gegessen. War sehr lecker und auch schön mal wieder eigene Teller zu haben 😉 und dieses Mal hat das Essen auch mehr als die 1 Euro von den Tagen zuvor gekostet.. 😉

Am nächsten Tag sind wir zuerst in einer Bucht in der Nähe schnorcheln gegangen. Der Süden von Taiwan ist relativ bekannt für Surfen, Schnorcheln und Tauchen. Die Bucht wurde uns von unserer Unterkunft empfohlen, sie hieß Wanlitong.

 

Mittags sind wir an den Hafen frischen Fisch und Meeresfrüchte essen gegangen. Sehr lecker und auch relativ günstig. Auch wenn das Lokal nicht soo gemütlich aussah.. 😉

Nachmittags ging es dann nochmal zum Chillen an den Strand und zu einem letzten Sundowner Bier.

Unseren letzten Abend in Taiwan haben wir auf dem Nachtmarkt in Kenting verbracht. Hier gab es zur Abwechslung mal leckere Pizza vom Foodtruck. Und als Abschluss noch überraschend leckere Cocktails für alle.. 😉

 

Zurück ging es am nächsten Tag ab Kaoshiung, dadurch mussten wir nicht noch einmal über die komplette Insel in den Norden nach Taipeh fahren.

Es war eine rundum gelungene Woche in Taiwan. In der wir super viel Glück mit dem Wetter hatten, insbesondere da laut Vorhersage eigentlich jeden Tag Regen gemeldet war.. 😉

Taiwan können wir als Reiseziel wirklich sehr weiter empfehlen. Es hat uns super gefallen, es bietet wirklich viel auf einem relativ kleinen Raum.

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