Traditionelle Chinesische Medizin

Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) ist auch in Deutschland mittlerweile sehr verbreitet. In China wird sie als zhong yi bezeichnet, „zhong“ für China und „yi“ für Medizin.

Da wir nun in China im Ursprungsland der TCM leben, wollte ich gerne etwas mehr über TCM erfahren und auch gerne mal eine TCM Behandlung ausprobieren.

Grundsätzlich ist mir in China aufgefallen, dass alle Chinesen etwas über TCM zu wissen scheinen und es auch sehr häufig anwenden. Ganz oft wurde mir bereits etwas von den Gegensätzen erzählt wie heiße und kalte Körper und heiße und kalte Lebensmittel. Diese Lehre scheint fast allen Chinesen bekannt zu sein und wird auch von vielen berücksichtigt.

Es gibt sehr viele Regeln bzw. Empfehlungen wann man was essen sollte oder eben auch nicht.

Ich habe auch schon häufig etwas von einer Feuchte im Körper gehört, ohne so genau zu verstehen, was damit eigentlich gemeint ist.

Also habe ich mal etwas recherchiert, was sich eigentlich genau hinter TCM verbirgt.

Grundlagen der TCM sind philosophische Lehren, die teilweise sogar auf Konfuzius zurückgehen. Wie die Lehre von Ying und Yang und der Lebensenergie Qi , von der geglaubt wird, dass sie die gesamte Natur und auch den menschlichen Organismus beherrschen. Entstehen hier Ungleichgewichte, wird man krank.

TCM besteht aus 5 Säulen: Chinesische Arzneimittellehre,  Chinesische Ernährungslehre, Tuina (Massagetechniken) und Qigong (Atemtechniken).

Eine TCM Behandlung beginnt meistens mit einer chinesischen Diagnostik. Oft wird hier die sogenannte Zungendiagnostik verwendet, von dieser habe ich auch bereits mehrfach gehört. Der Arzt kann soll alleine durch die Betrachtung der Zunge, den Zustand des gesamten Körpers und seiner Probleme bzw. Erkrankungen, erkennen können.

Ziel der TCM-Behandlung ist die Erhaltung oder Wiederherstellung eines inneren Gleichgewichts. Wie bereits erwähnt wird davon ausgegangen, dass die Lebensenergie Qi in bestimmten Leitbahnen durch den Körper strömt und so alle Organe miteinander verbindet. TCM versucht eventuell vorhandene Blockaden in diesen Leitbahnen aufzuspüren und diese zu beseitigen.

So, jetzt erst einmal genug zur Theorie. Ich möchte ja schließlich keine Fachartikel hier schreiben, sondern meine persönlichen Erfahrungen mit euch teilen.

Mir ist in China aufgefallen, dass man häufig an Menschen kreisrunde blaue Flecke am Körper sieht. Daraufhin habe ich eine meiner Kolleginnen, die auch diese Flecke am Körper hatte, mal gefragt was das denn ist und was es damit eigentlich auf sich hat.

Sie hat mir erklärt, dass diese blauen Flecke vom sogenannten Cupping, oder auf Deutsch Schröpfen, kommen. Dies ist auch eine Behandlungsmethode aus dem TCM und sie meinte, dass diese sehr gut für den Körper sei. Vor allem, wenn es wie aktuell bei uns grade so feucht ist. Es würde die Feuchtigkeit aus dem Körper rausziehen und allgemein entspannen und Blockaden beheben. Alles klar habe ich mir gedacht, da ich nun schon mal in China bin, möchte ich auch mal etwas TCM ausprobieren.

Daher bin ich das nächste Mal mit dieser Kollegin gemeinsam zum Cupping gegangen. 😉

Wir sind hierzu in die TCM Abteilung eines richtigen Krankenhauses gegangen, da hier eine sehr gute Ärztin geben soll. Außerdem können wir die Behandlung dort tatsächlich auch mit unserer lokalen Krankenkarte abrechnen lassen. Auf diese Krankenkarte wird jedes Jahr von der Krankenkasse ein gewisses Guthaben an Geld aufgebucht, welches man das Jahr über für sämtliche medizinische Behandlungen ausgeben kann.

Interessanter Weise war die TCM Abteilung in diesem Krankenhaus eigentlich eine Kinderabteilung, weswegen ich erst dachte hier falsch zu sein. Aber nein, wir waren hier richtig.

Meine Kollegin hat mich dort dann gefragt, ob ich neben dem Cupping, noch eine weitere TCM Behandlung ausprobieren will!? Das sogenannte Skin scrapping, also Haut scharben.

Ach, wenn ich schon mal hier bin, kann ich das auch gleich noch ausprobieren, dachte ich mir.. 😉

Also los ging es. Zuerst mit dem  Scharben. Hierzu wurde ein aus Ton bestehender Art kleiner Blumenuntersetzer verwendet. Also sah zumindest optisch so aus… 😉 Und damit wird schön kräftig über den Rücken geschrubbt. Hat mich etwas an die Thai Massagen erinnert. Wenn die einen mit dem Ellbogen oder ähnlichem bearbeiten. Das ist ja auch nicht immer grade sanft.. 😉 Aber ich fand es tatsächlich fast angenehm. 😉 Nur dass der Rücken danach leider so aussah.. 😉

Im Anschluss ging es dann mit dem cupping los. Hierzu wird ein Wattepad in Alkohol getränkt und angezündet. Dieses wird kurz in die Becher gehalten, die zum cupping verwendet werden. Es entsteht durch die Flamme ein Unterdruck und die Becher werden schnell auf dem Rücken platziert. Oder auch auf anderen Körperteilen, je nachdem wo man eben Probleme hat.

Die Becher bleiben für etwa 10 Minuten auf dem Körper bevor sie wieder entfernt werden. In der Zeit zieht einem der Unterdruck ganz schön die Haut weg. Das fand ich anfangs doch eher schmerzhaft als angenehm. Meine Kollegin findet das super entspannend und ist dabei fast eingepennt.. 😉

Nachdem die Becher wieder abgenommen wurden, sieht man so aus.. 😉

Schöne blaue Flecke und anfangs auch leicht geschwollen an den Stellen.

Was sehr interessant war, war dass die blauen Flecke dort stärker bzw. dunkler sind, wo der Körper Probleme hat. Das traf bei mir und meiner Kollegin auch tatsächlich zu. Dort wo es dunkler war, waren auch unsere Problemstellen. Das fand ich schon sehr interessant um ehrlich zu sein.

Die Ärztin hat sagte, dass die blauen Flecken nach einer Woche zum Glück wieder weg sind und so war es dann auch, obwohl ich das am Anfang kaum glauben konnte, so dunkel wie die teilweise waren.. 😉

Ja, so nun aber zum Ergebnis.. hat es etwas gebracht? Hmm also mir um ehrlich zu sein jetzt nicht wirklich. Ich habe keinerlei Unterschied zu vorher gemerkt. Wobei mir gesagt wurde man muss das wohl öfter machen, dass es etwas bringt. Ich weiß aber nicht so recht, ich glaube mir reicht es das einmal ausprobiert zu haben.. 😉

Der Effekt des Cuppings soll sein, dass es den Lymphfluss anregt und dadurch Giftstoffe abtransportieret werden. Die Blutgefäße weiten sich durch den Unterdruck und der Blutfuss in den Arterien und Venen soll angeregt werden. So habe ich das zumindest im Internet gelesen. Die Erklärung der Ärztin auf chinesisch habe ich leider nicht so wirklich verstanden.. 😉

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